„Strukturerhaltung ist der Hebel für die Wende hin zur nachhaltigen Bauwirtschaft“

Prof. Dr. Lukas Henze ist neuer Professor an der TU Hamburg

08.06.2026

Prof. Lukas Henze leitet das Institut für Massivbau an der TU Hamburg.
Prof. Lukas Henze leitet das Institut für Massivbau an der TU Hamburg. Foto: privat

Wenn Beton auf Wasser trifft, wenn historische Bauwerke mehr erzählen als nur von Stahl und Zement, dann beginnt die Geschichte der Strukturerhaltung und nachhaltigen Bautechnik. An dieser Schnittstelle wirkt Prof. Dr.-Ing. Lukas Henze als neuer Professor für Massivbau an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Henze kommt mit dem klaren Ziel nicht nur Bauwerke zu erhalten, sondern auch den Dialog zwischen Ingenieurwissenschaft und Gesellschaft zu stärken. Denn Nachhaltigkeit ist für ihn mehr als ein Schlagwort. Prof. Henzes Forschung dreht sich um eines der drängendsten Themen für die Bauwirtschaft und den Klimaschutz: die Strukturerhaltung im Bestand. Der Bausektor ist maßgeblich verantwortlich für CO₂-Emissionen und Ressourcennutzung. „Der größte Hebel liegt in dem, was schon besteht“, sagt Henze. Statt Abriss und Neubau setzt er auf innovative Methoden, um die tatsächliche Tragfähigkeit bestehender Bauwerke zu ermitteln und Optimierungspotenziale aufzudecken. Seine Forschungsgruppe arbeitet mit realen Bauwerken als „Reallabore“, kombiniert experimentelle Untersuchungen mit modernster Messtechnik und numerischen Simulationen, um die Sicherheit und Nutzungsmöglichkeiten von Bestandsgebäuden verlässlich zu bestimmen. 

Lukas Henze, geboren und aufgewachsen in Herford (NRW), absolvierte sein Studium des Bauingenieurwesens und der Umwelttechnik mit Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau an der TU Hamburg (2002–2008). Nach ersten Berufsjahren als Tragwerksplaner und Projektleiter bei WP-Ingenieure in Hamburg kehrte er 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die TU Hamburg zurück. Seine Leidenschaft für tragfähige Konstruktionen bewies er auch bei der technischen Leitung beim Neubau der Schleuse Lüneburg. Nach einer Zeit als Oberingenieur am Institut für Massivbau der TUHH folgte eine Professur für Massivbau und Baustatik an der Hochschule Oldenburg (2023–2026). Jetzt kehrt Henze mit frischen Ideen an seine Alma Mater zurück. 

Austausch mit Soziologie, Psychologie und Transformationsforschung 

Einen weiteren Forschungsschwerpunkt von Lukas Henze bildet der Massiv-Wasserbau: Er untersucht die komplexe Interaktion zwischen Wasser und Bauwerk, insbesondere wie Wasser in Rissen von Wasserbauwerken wirkt. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die vorhandene Infrastruktur wie Schleusen und Wehre besser zu bewerten, zu erhalten und ihre Lebensdauer zu verlängern. Doch Henze geht es nicht nur um Technik. Ihm ist ein transdisziplinärer Ansatz wichtig: „Wer den Bausektor wirklich verändern will, muss den Austausch mit Soziologie, Psychologie und Transformationsforschung suchen.“ Um zu einer wirkungsvollen Veränderung zu kommen, sieht er es als seine Aufgabe, Ingenieurwissen mit einem gesellschaftlichen, ganzheitlichen Blick zusammenzuführen. 

Mit dem Ruf an die TUHH kehrt Prof. Henze nicht nur beruflich nach Hamburg zurück – auch seine Familie profitiert von der geographischen Nähe: „Das ständige Pendeln nach Oldenburg ist nun vorbei, und das schafft neue Freiräume und einen besseren Fokus.“ Privat versucht er, trotz des intensiven Aufbaus der Professur, aktiv Sport in seinen Alltag zu integrieren. Eine Herausforderung in Zeiten von Veränderungen, die ihn aber zugleich motiviert. Für Prof. Henze ist die TU Hamburg nicht nur ein vertrauter Ort, sondern auch eine Bühne für neue Wege. Er freut sich darauf, gemeinsam mit Studierenden, Kolleginnen und Kollegen innovative Forschungsansätze zu entwickeln und Impulse für eine nachhaltige Baukultur zu setzen. Alles mit dem Wissen, dass hinter jedem Bauwerk Menschen, Gesellschaft und Umwelt stehen.

Mehr Information: https://www.tuhh.de/mb/startseite


TUHH - Pressestelle
Elke Schulze
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Bildmaterial im Original herunterladen: Prof. Lukas Henze leitet das Institut für Massivbau an der TU Hamburg.